Bisher waren die japanischen Kapselhotels vor allem bei betrunkenen Geschäftsleuten, hängengebliebenen Pendlern oder Rucksacktouristen beliebt. In den Boxen fanden sie für wenig Geld unkompliziert eine günstige Übernachtungsmöglichkeit. Doch die Industriedesignerin Fumie Shibata von Design Studio S hat das Konzept des schlichten Schrankbetts überarbeitet: Mit ihrem "Hotel 9h" weckt sie auch das Interesse von Architekturliebhabern.
Auch wenn das neu eröffnete Hotel 9h in Kyoto nicht viel mehr als Bett und Duschgelegenheit bietet, so ist es doch ein Design-Produkt. Lobby, Lounge und Bad sind ebenso in schlichtem Schwarz-Weiß gestaltet wie das rund zwei Quadratmeter große Kapselzimmer, das selbst aus Plastik besteht. Einen gewissen Komfort sollen das Sechs-Zonen-Kopfkissen aus vier Materialien und einheitlich schwarze Slipper leisten.
Wer in der Straße Teianmaeno-cho, Hausnummer 588, übernachten will, muss sich vorher im Internet registrieren und ein Bett reservieren. Nach dem Check-in können die Gäste ihr Gepäck in Schließfächern zurücklassen, bevor sie sich in ihre Box zurückziehen. Lifte und Flure sind nach Männern und Frauen getrennt, und auch in der Hotel-Lounge gibt es einen Bereich nur für Frauen.
Neun Stunden empfehlen die Hoteliers ihren Gästen für einen Aufenthalt im „Hotel 9h“: eine Stunde Duschen, sieben Stunden Schlaf und eine Stunde Ausruhen. Möglich sind aber bis zu 17 Stunden für einen Preis von 4900 Yen (38 Euro).